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BDSM Hotel

von Constanza von Blumenau (Autor)

2016 60 Seiten

Leseprobe

Sonderwünsche

„Ich bin schon ganz aufgeregt - was ist denn alles drin in unserem Zimmer?“, murmelte sie mit großen, glänzenden Augen. „Das wirst du ja gleich sehen“, beruhigte er sie.

Sie standen an einer Rezeption, die genauso aussah wie die Rezeption eines ganz normalen kleinen Hotels. Wer es nicht wusste, hätte von der geradezu biederen Ausstattung der recht schmal geratenen Eingangshalle her nie erraten, womit er es hier zu tun hatte. Auf einem beige-braun marmorierten Teppichboden standen an verschiedenen Stellen mit geblümtem Stoff bezogene Sofas zu einer Sitzecke gruppiert, um niedrige Kaffeetische aus braunem Holz herum. Ein paar halb verwelkt aussehende Zimmerpflanzen bemühten sich vergebens, eine frische Atmosphäre zu schaffen. Und die Rezeption selbst bestand aus einer Bar mit Kunststoffoberfläche, hinter der die junge Frau an einem PC gearbeitet hatte, die sie jetzt eincheckte.

Hätte Rüdiger ihr nicht versichert, dass sie sich hier wirklich in einem ganz speziellen Hotel befanden, in einem BDSM-Hotel nämlich, sie wäre nie darauf gekommen. Aber er hatte ihr die Internetseite gezeigt, auf der allerdings nicht dieses nüchterne Foyer zu sehen gewesen war, sondern nur Bilder verschiedener einzelner Zimmer, mit den faszinierendsten Foltergeräten ausgestattet, die ihr schon beim Hinschauen einen ebenso ängstlichen wie erregenden Schauer über den Rücken gejagt hatten.

Fast drei Monate waren sie jetzt zusammen. Anfangs hatte er immer behauptet, er wolle „mit diesem ganzen perversen Schweinkram“ - damit meinte er die Sinnliche Magie - nichts zu tun haben. Aber sie, die schon seit Jahren von solchen abartigen Fantasien beherrschte wurde, hatte nicht nachgelassen. Sie wollte es endlich einmal erleben, wie das war, sich einem starken, dominanten Mann vollkommen hinzugeben, und Rüdiger schien ihr dafür genau der Richtige zu sein. Nach langem Hin und Her hatte er sich endlich dazu überreden lassen, einige der Sexspielzeuge probeweise einzusetzen, die sie ihm - oder vielmehr sich selbst, oder genaugenommen ihnen beiden - in einem Fetisch-Shop in der Stadt besorgt hatte. Die Ergebnisse waren nicht ganz so gewesen, wie sie dies erwartet hatte. Rüdiger war einfach zu zögernd und zu zaudernd. Er beherrschte sie nicht wirklich, er bestrafte sie nur milde, und irgendwie schien er mit dem Herzen nicht dabei zu sein.

Sie schob es darauf, dass er in seiner vertrauten Umgebung, in der Wohnung, in der er mit seiner Ex-Frau ein ganz beschauliches und braves Leben geführt hatte, einfach nicht aus sich herausgehen konnte. Sie mussten in einer fremden Umgebung völlig neu anfangen.

Ein Urlaub in einem BDSM-Hotel war ihr da als Einstieg absolut perfekt erschienen. Also hatte sie sich genau den von ihm zum Geburtstag gewünscht, und er hatte ihr den Wunsch erfüllt. Er hatte online zwei Übernachtungen in diesem Hotel gebucht. Und jetzt standen sie hier.

Das bevorstehende Wochenende kam ihr wie ein Paradies vor, das sie gleich betreten würden, ihnen fehlte nur noch der Zimmerschlüssel. Schon auf der Fahrt hatte sie darüber nachgegrübelt, für welches der Zimmer er sich wohl entschieden hatte. War es das mit dem Pranger, der Streckbank und den anderen mittelalterlichen Instrumenten? Oder das mit dem riesigen Himmelbett und dem Andreaskreuz nebendran? Oder das, in dem ein schmaler kleiner Käfig nur auf eine Gefangene wie sie wartete?

Nun, wie er es gesagt hatte - sie würde es ja gleich sehen. Mit einem strahlenden Lächeln nahm die in ein strenges Kostüm und eine hochgeschlossene weiße Bluse gekleidete Frau nun einen Schlüssel vom Brett hinter ihr und reichte ihn Rüdiger. „Ihr Zimmer ist im ersten Stock“, erklärte sie. „Gehen Sie die Treppe hoch, dann nach rechts, und ganz hinten das letzte Zimmer ist es.“

Rüdiger nahm ihre beiden Reisetaschen. Gemeinsam stiegen sie nach oben, folgten dem Gang nach rechts. Gleich, gleich war es soweit! Sie spürte ein inneres Zittern, und eine dumpfe, feuchte Schwere im Unterleib.

„Raum für besondere Wünsche“, stand auf einem großen Schild auf der weißgestrichenen Zimmertür. Weder die Tür, noch der Gang selbst gaben Hinweise darauf, was sich hinter dieser Tür befand. Oder hinter einer der anderen Türen. Schon merkwürdig - eigentlich hätte sie erwartet, dass ein SM-Hotel seinen eigentlichen Zweck etwas lautstarker verkündete und schon im Dekor außerhalb der Zimmer zeigte. Aber das konnte ihr ja nun egal sein.

Rüdiger nahm den Schlüssel, schob ihn ins Schloss. Doch bevor er aufschloss, drehte er sich zu ihr um. „Ich werde dir jetzt die Augen verbinden“, erklärte er ruhig. Sie hielt still, als er aus der Jackentasche einen dünnen schwarzen Schal hervorzog und ihr um den Kopf band. Sie verstand zwar nicht genau, warum sie nichts sehen durfte - aber vielleicht wollte er einfach nur ihre Vorfreude verlängern.

Sie hörte den Schlüssel im Schloss gehen, die Tür quietschend aufgehen. Rüdiger nahm sie beim Arm. Geradezu grob zerrte er sie ins Zimmer hinein. Sie verbiss sich ein Lächeln. Sie hatte sich nicht geirrt - es steckte tatsächlich ein echter Dom in ihm, und dieses Wochenende würde ihn vollends zum Vorschein bringen, da war sie sich ganz sicher.

Rüdiger stieß sie ein paar Schritte ins Zimmer hinein, dann ließ er sie los. Sie blieb stehen. Es kam ihr so vor, als habe sie ein leises Atmen gehört. War da etwa noch ein anderer mit im Raum? Sie erschrak. Dann war Flüstern zu hören. Ihr Verdacht verstärkte sich. Am liebsten hätte sie protestiert. So war das nicht abgesprochen, dass jemand dieses Wochenende mit ihnen teilte! Noch war es nicht zu spät zur Umkehr - sie musste sich nur die Augenbinde abreißen, ihre Tasche schnappen und verschwinden.

Doch dann hörte sie wieder den Schlüssel im Schloss. Sie war gefangen. Ihre aufgeregte Freude fiel in sich zusammen. Bislang lief das alles ganz und gar nicht so, wie sie es geplant hatte!

Wieder wurde geflüstert. Rüdiger griff nach ihr, zog ihr unsanft die Jacke aus, das Kleid. Nur in ihrer Nylonstrumpfhose, ohne Höschen darunter, und mit ihren hochhackigen Schuhen stand sie nun da - auf einen BH hatte sie wie üblich verzichtet -, und sie wusste nicht einmal, wer der andere Mensch im Zimmer war, der sie nun nackt sehen konnte. Unsicher und beschämt legte sie die Arme vor ihre Brüste.

Das Flüstern wurde lauter. Es kam ihr vor, als ob Rüdiger nicht nur mit einem, sondern gleich mit zwei anderen sprechen würde. Schritte waren zu hören, und etwas knarrte, als ob sich jemand in einen Stuhl gesetzt hätte.

Eine Hand riss ihr das Tuch ab. Sie schaute sich um. Sie befand sich in einem Raum, der sie an einen Gerichtssaal erinnerte. Vor ihr befand sich, etwas erhöht, eine breite Richterbank, hinter der ein ihr völlig unbekannter Mann saß, ein echter Hüne, dessen Muskeln auch die schwarze Robe nicht verbergen konnte, die er trug, und dessen lange schwarze Haare ungebärdig unter der weißen Lockenperücke hervorschauten, wie sie sie aus britischen Filmen mit Gerichtsverhandlungen kannte. Streng schaute er sie an. Unwillkürlich zog sie die Schultern ein.

Ihr Blick huschte nach links. Dort saß hinter einem Schreibtisch Rüdiger, ebenfalls in schwarzer Robe und mit weißer Perücke, und er blickte nicht weniger streng; und so, als sei sie eine völlig Fremde. Unbehagen, Angst, und auch ein wenig Empörung ließen sie schneller atmen.

„Die Angeklagte möge vortreten!“, blaffte der Richter sie an. Sie zuckte zusammen, blieb stehen. Wo war sie hier nur hineingeraten?

„Nun mach schon - tritt vor den Richtertisch“, forderte sie eine weibliche Stimme von rechts auf. Ihr Kopf fuhr herum. Auch rechts stand ein Schreibtisch, hinter dem jemand in schwarzer Robe mit weißer Perücke saß - eine Frau.

Endlich fand sie ihre Stimme wieder, wenn die auch ein wenig zitterte. „Was soll das?“, fragte sie ungehalten.

„Die Angeklagte möge vortreten!“, donnerte der Richter. Erschrocken gehorchte sie, machte ein paar Schritte. Nun musste sie dem Hünen direkt in die kalten blauen Augen blicken. „Staatsanwalt, die Anklage“, forderte er nun. Sie hörte, wie Rüdiger aufstand, wagte es jedoch nicht, sich nach ihm umzusehen.

„Vor Ihnen, Euer Ehren“, begann er, „steht Johanna Seifert, angeklagt der schweren Unzucht, des schamlosen Verhaltens in mehreren Fällen, und der Anstiftung zur Perversion. Die Angeklagte legte es darauf an, den Eindruck zu erwecken, als sei sie devot, und das Opfer damit zu täuschen und zu dominanten Handlungen zu verführen. Ebenso hinterlistig wie geschickt hat sie sich darum bemüht, dabei dem Opfer ihren Willen aufzudrängen und ihn damit zu diversen absolut abartigen Aktivitäten verführt. Ein solches Verhalten kann nicht ungesühnt bleiben. Ich bitte ehrerbietig darum, dem Antrag der Anklage stattzugeben, die Angeklagte zu verurteilen, und ihr eine der Schwere ihrer Tat angemessene Strafe aufzuerlegen.“

Ihr Mund war trocken. Sie war bei jedem Wort Rüdigers mehr in sich zusammengesunken. In welchen Alptraum war sie hier bloß hineingeraten?

„Was hat die Verteidigung dazu zu sagen?“, sagte der Richter.

Wieder scharrte ein Stuhl, und dann war eine Frauenstimme zu hören. „Euer Ehren, die Angeklagte räumt die Tatsachen, die der Anklage zugrunde liegen, unumwunden ein. Sie beruft sich allerdings zu ihrer Verteidigung auf fehlende Schuld. Ihre eigenen sexuellen Wünsche haben der Angeklagten jegliche Möglichkeit geraubt, ihr Verhalten zu steuern. Von daher können ihr die Taten, die sie begangen hat, nicht zur Last gelegt werden.“

„Was für ein Unsinn!“, ereiferte sich Rüdiger. „Will die verehrte Kollegin damit tatsächlich andeuten, dass die Angeklagte infolge ihrer eigenen Geilheit nicht in der Lage war, sich anständig zu verhalten? Wenn ja, dann gehört sie ja allein dafür schon bestraft!“

„Das sehe ich ebenso“, stimmte ihm Richter zu. „Ich habe nun beide Seiten gehört, und bin bereit, ein Urteil zu fällen.“

„Aber - aber das geht doch nicht“, widersprach sie heftig. Inzwischen standen ihr die Tränen in den Augen.

„Die Angeklagte wird aufgefordert, den Mund zu halten“, drohte ihr sofort der Richter. „Sonst werde ich sie noch zusätzlich wegen Missachtung des Gerichts bestrafen!“

Verzweifelt senkte sie den Kopf.

„Ich verkünde also das Urteil“, fuhr der Richter fort. „Die Angeklagte, Johanna Seifert, ist der schweren Unzucht, des schamlosen Verhaltens in mehreren Fällen, und der Anstiftung zur Perversion schuldig. Sie wird zu 50 Peitschenhieben in gefesseltem Zustand verurteilt. Außerdem hat die Angeklagte die Kosten des Verfahrens zu tragen. Zu diesem hat sie dem Richter, dem Staatsanwalt und ihrer Verteidigerin mit der Zunge einen Orgasmus zu verschaffen. Das Verfahren ist beendet.“ Er nahm den Richterhammer, der neben seiner Hand lag, klopfte damit zweimal auf den Tisch, und stand auf.

Sie war fassungslos, überlegte fieberhaft, wie sie sich jetzt verhalten sollte.

Noch ehe sie bei ihrem Nachdenken zu einem Schluss gekommen war, hatte Rüdiger sie gepackt, und zerrte sie zu dem Tisch der Anklage. Auch Richter und Verteidigerin gesellten sich dazu. Der Richter hielt plötzlich Ledermanschetten und Ketten in der Hand, und eine Lederpeitsche mit unzähligen geknoteten Strängen. Ob er die wohl unter dem Richtertisch versteckt hatte, schoss es ihr durch den Kopf.

Rüdiger zog sie nach vorne, bis sie mit dem Bauch über dem Tisch lag. Die Verteidigerin begab sich auf die Knie, legte ihr an Hand- und Fußgelenke die Lederfesseln an, und verband sie mit kurzen Ketten unter dem Schreibtisch so miteinander, dass sie hilflos war und sich kaum noch rühren konnte.

Mühsam versuchte sie, sich ihre Lage wenigstens ein bisschen bequemer zu machen, da klatschte auch schon der erste Peitschenhieb auf ihre durch die Nylonstrumpfhose nur äußerst unzureichend geschützten Pobacken. Sie schrie und bäumte sich auf. Der Tisch scharrte ein Stückchen über den Boden, doch sie konnte nicht entfliehen. Der nächste Hieb fiel, und ein weiterer. Rüdiger zählte laut mit. Die Verteidigerin stand neben ihr. Also war es der Richter, der zuschlug, mit genau der ungeheuren Kraft, die man seinem muskulösen Körper schon angesehen hatte.

Sie versuchte, die nächsten Schläge stumm hinzunehmen, doch schon bevor Rüdiger bei der Zahl zehn angekommen war, schrie sie wie am Spieß. Auch dass ihr Körper bei jedem Zubeißen der grausamen Peitsche wie eine Sprungfeder in die Höhe schnellte, konnte sie nicht verhindern.

Nach 20 Hieben schluchzte sie hemmungslos.

Nun gab es einen Wechsel; anscheinend war die Frau diejenige, die nun das Bestrafen übernahm. Sie schlug längst nicht so fest zu wie der Richter. Aber dafür würzte sie die Pein mit Demütigung - lässig und gleichgültig zerrte sie ihr die Strumpfhose herunter, die dabei hörbar zerriss, und wühlte mit der Hand immer wieder in ihrem Schritt herum. Das war fast schlimmer für sie als der Schmerz der Peitschenhiebe.

Bei der Zahl 35 gab die Verteidigerin die Peitsche wieder ab, und nun war Rüdiger an der Reihe. Sie hätte es ihm nie zugetraut - aber er bestrafte sie noch heftiger als selbst der Richter. Noch bevor die Zahl 50 erreicht war, hatte sie sich heiser geschrien.

Sie blieb liegen, nachdem die Verteidigerin ihre Fesseln wieder abgenommen hatte, allerdings nicht lange. Die beiden Männer schleiften sie aufs Bett. Sie lag auf dem Rücken, und wieder wurden ihr Arme und Beine gefesselt, diesmal an die Bettpfosten. Und dann stiegen die drei nacheinander aufs Bett, über sie.

Details

Seiten
60
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783946346197
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v370487
Schlagworte
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Autor

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