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Reife Frauen

Sex mit erfahrenen Frauen

von Constanza von Blumenau (Autor)

2016 50 Seiten

Leseprobe

Speed Dating

„MIIIIIEEEEEEP!“ Die hässliche elektronische Klingel lässt mich auch beim vierten Mal noch zusammenschrecken, und doch begrüße ich sie mit Erleichterung, denn ihr durchdringender Klang bedeutet, dass meine fünf Minuten mit diesem Gesprächspartner vorbei sind. Sie waren nicht angenehmer als die anderen dreimal fünf Minuten vorher, und ich weiß nicht einmal, was ich aufschreiben soll, um diesen Menschen, diesen Mann zu charakterisieren, der mir da gerade eine Weile gegenüber gesessen hat. Was ist das Besondere an ihm? Dass es nichts Besonderes zu bemerken gibt … Er ist so unauffällig normal, dass es schon fast wieder unnormal ist.

Ich bereue es heftig, mich auf dieses Abenteuer eingelassen zu haben. Das kein Abenteuer ist, sondern mehr eine unangenehme Pflichtübung; ebenso eklig wie wenn unser Chef im Büro seine „Personalgespräche“ führt. Angeblich, um unsere „Aufstiegsmöglichkeiten“ zu besprechen - und in Wirklichkeit eher, um uns alle ungestraft zur Schnecke machen zu können. Auch ein Besuch beim Zahnarzt weckt in mir ähnliche Gefühle wie das, was ich da gerade absolviere.

Andrea ist schuld daran, dass ich jetzt hier sitze, in einem düsteren, schäbigen Restaurant, das für diesen Abend gemietet worden ist. Gemietet von einer undurchsichtigen Firma, die sich auf das Speed Dating als Einnahmequelle gestürzt hat. Allerdings ist das nicht einfach nur Speed Dating, was ich hier über mich ergehen lassen muss - es ist Speed Dating für die reifen Jahrgänge. Die Frauen über 40 werden hier zusammengeführt mit Männern jedes Alters. Angeblich stehen ja gerade jüngere Männer auf Frauen über 40. Ha! Die Kerle hier sind alle noch älter als die Weiber, und unter denen bin ich mit meinen 43 noch eine der jüngsten. Ich sehe besser aus als der weibliche Rest, das kann ich sagen, ohne zu übertreiben. Wie bemalte Mumien kommen mir einige der anderen Frauen vor. Tatsächlich wie Frauen, die kurz vor knapp noch einmal verzweifelt versuchen, sich ein Wesen mit Schwanz ins Leben zu holen. Wobei es ihnen wahrscheinlich mehr auf das Prestige ankommt als auf den Schwanz. Als Frau zählt man einfach weniger als halb, wenn man keinen Partner hat. Es gehört dazu, dass man „bemannt“ ist als Frau; gerade als reife Frau. Sonst stimmt ja mit einem irgendwas nicht, richtig? Weibliche Singles über 40 sind lächerliche Figuren.

Dabei habe ich mich als Single eigentlich immer recht wohl gefühlt. Klar, in manchen Situationen ist es einfacher, wenn man Teil eines Paares ist. Aber so grundsätzlich? Es ist doch eigentlich ganz schön, sich sein Leben ganz auf die eigenen Bedürfnisse einzurichten, sich nicht einem Mann anpassen zu müssen. Trotzdem, es fehlt einem ja etwas, so ganz ohne Mann.

Aber habe ich es wirklich auch schon so nötig, mich deswegen einer solchen Tortur wie dem Speed Dating zu unterwerfen? Okay, ich lebe jetzt seit mehr als fünf Jahren ohne Mann. Von ein paar mehr oder weniger katastrophalen kurzen Begegnungen einmal abgesehen. Das war der Grund, warum meine Freundin Andrea dachte, ich hätte es nötig.

Zuerst hatte sie mich überredet, mich in einer Singlebörse anzumelden, und als das nichts brachte, kam sie mit verschiedenen anderen Idee, die ich mal verworfen, mal ausprobiert habe. Das war jetzt ihr letzter Geistesblitz, das Speed Dating für reife Ladys.

Als ich die Beschreibung gelesen hatte, sah ich mich in Gedanken schon mit einem gutaussehenden Mann an meiner Seite durch die Fußgängerzone flanieren, in Restaurants sitzen und bei den Partys meiner durchweg verheirateten Freundinnen und Bekannten aufkreuzen.

Die Vorstellung fand ich irgendwie angenehm - und deshalb sitze ich jetzt hier, wo der jüngste Mann alt ist wie Methusalem. Mit Ausnahme des Veranstalters. Der ist kein Methusalem - der ist ein junger Schnösel.

Alle Frauen hat er von oben bis unten gemustert und begutachtet, und das leichte Zucken seiner Mundwinkel zeigte, wie seine Bewertung ausfiel. Selbst mit mir schien er nicht zufrieden zu sein - und mir sieht man meine 43 wirklich nicht an. Ich wirke eher wie 35, das bestätigen mir alle. Gut, mein Bauch ist etwas runder, meine Brüste sind etwas schlaffer als vor ein paar Jahren, und mein Arsch ist auch nicht mehr perfekt rund, hängt ein bisschen. Aber sonst sehe ich noch gut aus. Vor allem in dem weinroten Samtkleid, das die Schwächen meiner Figur geschickt kaschiert, mit den schwarzen Nylons und den schicken hochhackigen Schuhen, die mein bestes Feature betonen, meine langen, schlanken Schenkel. Die man beim Speed Dating allerdings nicht sieht; denn sie stecken unter dem Tisch.

Nun sitzt mir der nächste der Männer gegenüber, die wie ich über 100 Euro dafür bezahlt haben, an diesem Abend ganz viele Vertreter des anderen Geschlechts zu treffen und unter dieser Auswahl hoffentlich auch den Richtigen oder die Richtige.

Bei mir sieht es bislang nicht danach aus. Der erste Typ, der mich fünf Minuten lang voll geschwallert hat, war ein Steuerberater und sah auch so aus. Der nächste brachte die Zähne nicht auseinander. Kein Wunder - sie wirkten so vernachlässigt wie der ganze Rest. Der dritte strotzte vor Stolz, ohne etwas vorweisen zu können, worauf er so stolz hätte sein können; wenigstens nicht in fünf Minuten. Und der vierte, gerade eben, war schlicht uninteressant.

Der junge Schnösel kommt vorbei, als gerade Nr. 5 mir gegenüber Platz nimmt. Er beugt sich vertraulich zu mir herab, eine Hand auf meiner Schulter, und fragt mich, seine Lippen fast an meiner Wange, ob ich etwas brauche. „Ja, einen Mann“, gebe ich trocken zurück und entferne seine Hand wie ein lästiges Insekt. Er lacht, völlig unbeleidigt, und marschiert mit seinem federnden Schritt davon. Er sieht viel zu gut aus für einen Abend von reifen und vom Zahn der Zeit schon etwas angenagten Leutchen - ziemlich hochgewachsen, blonde, wellige Haare, kein Bodybuilder, aber jemand mit Muskeln, die er auch zeigt. Im dünnen ärmellosen gelben T-Shirt bilden seine Arme verführerisch kraftvolle Linien mit einem geradezu sinnlichen Schwung. Wenn ich jünger wäre, und wenn er weniger arrogant wäre - ihn hätte ich angemacht. Aber das ist es ja gerade; er lässt mich daran denken, dass ich nicht mehr jung bin. Da hätten sie lieber jemanden aus dem Altersheim nehmen sollen, für diesen Abend, damit die anderen sich jünger fühlen können, statt von diesem hübschen jungen Schnösel daran erinnert zu werden, was die Zeit mit ihren Körpern angerichtet hat.

Jetzt habe ich dem Schnösel hinterher gesehen und dabei die Begrüßungsworte verpasst, die Partner Nr. 5 an mich gerichtet hat. Er sieht eigentlich ganz sympathisch aus, aber er hat einen Mundgeruch, der mich zurückweichen lässt. Nein, das wird ebenfalls nichts. Verstohlen schaue ich auf die Uhr, rechne mir aus, wie lange ich hier noch bleiben muss, wie oft mir noch jemand gegenübersitzen wird, den ich daraufhin begutachten soll, ob ich ihn näher kennenlernen möchte. Nein, möchte ich nicht; bisher wenigstens nicht.

Beim nächsten „Miiiieeeeep“ steht erneut der junge Schnösel neben mir. Was will der denn schon wieder?

„Darf ich Sie einen Moment lang entführen?“, fragt er mich. Mein Gegenüber Nummer 6, der gerade dabei war, auf dem Stuhl mir gegenüber Platz zu nehmen, schaut etwas verdattert, bleibt stecken in seiner Bewegung und wirkt nun wie einer, der sich aufs Klo setzen wollte und dann einen Hexenschuss erleidet. Oder vom Telefonklingeln gestoppt worden ist. Mein sechster Speed Dating Partner sieht eigentlich gar nicht schlecht aus; er wirkt seriös, ohne langweilig zu sein. Schade, bisher war er von allen noch der Vielversprechendste. Und ausgerechnet jetzt soll ich mich entziehen? Hätte der Schnösel mich nicht vor einem der anderen retten können?

Mein erster Impuls war, ihm dennoch zu folgen; aber jetzt packt mich der Trotz. „Wenn ich das bekommen habe, wofür ich mehr als genug bezahlt habe, komme ich gerne mit“, erwidere ich schnippisch.

Sein Lachen klingt diesmal nicht mehr ganz so von sich überzeugt wie vorhin. Und es tut mir fast leid, als er von dannen zieht. Nummer 6 erweist sich als auch nicht interessanter als der Rest; er schimpft vorwiegend über seine Frau, von der er sich gerade getrennt hat. Der will keine neue Beziehung, der will seine Frau zurück. Oder wahlweise ihr beweisen, dass er sie nicht braucht. Dazu bin ich mir zu schade.

Der Abend zieht sich wie Kaugummi, aber endlich kommt die letzte Runde, und dann ist auch sie überstanden. Ich kann endlich nach Hause gehen, die Füße hochlegen, ein Glas Wein genießen - das Glas Wein hier habe ich nicht genossen, sondern heruntergestürzt, in der Hoffnung, dadurch entspannter zu sein.

Ich stehe auf, will mit einer geradezu unziemlichen Hast verschwinden, während die Freundin vom jungen Schnösel - vielleicht ist sie auch nur seine Geschäftspartnerin - die Gäste verabschiedet. Auf einmal stellt der Schnösel sich mir in den Weg. Diesmal fragt er mich nicht, ob er mich entführen darf - er zieht mich einfach mit, aus dem Gastraum hinaus. Es geht eine Treppe hinauf, doch auf der untersten Stufe entziehe ich mich ihm. „Was wollen Sie von mir?“, frage ich scharf. So langsam kommt mir das ziemlich komisch vor, sein Verhalten.

Er schließt ganz dicht zu mir auf, ich kann sehen, dass seine grünlich schimmernden Augen von ganz langen rotblonden Wimpern umgeben sind. „Ich muss Sie haben!“, sagt er; leise, eindringlich.

Zuerst verstehe ich nicht, was er gesagt hat - dann geht es mir auf. Dieser junge Schnösel will mich einfach mal eben schnell vernaschen! Ich bin empört, aber dennoch ist etwas in mir auch geschmeichelt. Es ist eine Entscheidung, die im Bruchteil einer Sekunde fällt. Lachend werfe ich den Kopf zurück - und klappere auf meinen hohen Absätzen ihm davon. Auf der Treppe nach oben …

Es sind keine klaren Gedanken, die ich habe, als ich ihm erst vorausgehe, und mich dann auf dem Treppenabsatz von ihm führen lasse, in ein nüchternes, unpersönliches Zimmer hinein, traurig wie jedes Hotelzimmer, nur ohne den Komfort, denn dies hier ist nur ein Gasthaus. Es ist nur ein konfuses, schwüles Durcheinander.

Wir schließen die Tür hinter uns, und schon sind wir ein Knäuel aus Armen und Mündern, die einander verschlingen. Heiß spült Begehren durch meine Adern, bildet die Gischt der Lust, von der ich erst jetzt merke, wie sehr ich sie vermisst habe. Wir fallen aufs Bett, unsere Kleidung halb entfernt, und dann, noch bevor wir beide ganz nackt sind, liege ich auf dem Rücken wie ein umgefallener Käfer, Arme und Beine nach oben gestreckt, er steckt in mir drin, pumpt einige Male auf und ab, stöhnt laut, bricht über mir zusammen und rollt sich herunter, bleibt neben mir liegen.

Details

Seiten
50
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783946346036
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v370164
Schlagworte
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Autor

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    Constanza von Blumenau (Autor)

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